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Heft Juli-August 2017

Einheit Europa

Absturz der Kommunalfinanzen

Umfrage des Städte- und Gemeindebundes NRW bestätigt Einbruch bei den Steuereinnahmen - Finanzausschuss alarmiert

StGB NRW-Pressemitteilung 16/2002
Düsseldorf, 07.11.2002

Eine Umfrage des Städte- und Gemeindebundes NRW unter seinen 359 Mitgliedskommunen zur Entwicklung der Gewerbesteuer im Jahr 2002 bestätigt den bundesweiten Trend. "Trotz der vorsichtigen Haushaltsansätze für das Jahr 2002 sind die Halbjahres-Ergebnisse rund neun Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben", erklärte Georg Moenikes, Bürgermeister der Stadt Emsdetten und Vorsitzender des Finanzausschusses des Städte- und Gemeindebundes NRW, im Anschluss an eine Sitzung des Gremiums in Ratingen.
 
Dabei wiesen die Einzelergebnisse der 333 Kommunen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, eine große Spannbreite auf. In einzelnen Fällen hatte sich der Ertrag deutlich verbessert, in anderen Fällen wurden überhaupt keine Gewerbesteuer-Einnahmen mehr erzielt. Als häufige Ursache wurden aus den Kämmereien Rückzahlungen gerade an Großunternehmen aus Veranlagungen im Jahr 2001 und entsprechend nach unten angepasste Vorauszahlungen im Jahr 2002 genannt.

Moenikes verwies darauf, dass der Rückgang der Gewerbesteuer-Einnahmen einhergehe mit einem Minus von 13,3 Prozent beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und 4,2 Prozent beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer im ersten Halbjahr 2002. "Die Kommunen können diese Einbrüche längst nicht mehr kompensieren", meinte Moenikes. "Sparappelle des Landes allein helfen uns nicht weiter". So gebe es bereits Modellberechnungen aus einzelnen Kommunen, wonach selbst bei - nur theoretisch möglicher - Streichung sämtlicher freiwilliger Leistungen die Einnahmen zur Bewältigung der gesetzlichen Pflichtausgaben nicht ausreichten.
 
Da mit Entlastungseffekten für die Kommunen aus der Gemeindefinanzreform frühestens 2006 zu rechnen sei, verwies Moenikes auf das vom Städte- und Gemeindebund NRW geforderte Notprogramm zur Rettung der Kommunen. Darin setzt sich der Verband für eine sofortige Absenkung der Gewerbesteuerumlage, für eine Rücknahme von Lastenverschiebungen seitens des Landes - beispielsweise im Krankenhausbereich und beim Unterhaltsvorschussgesetz - sowie für eine Verankerung des strikten Konnexitätsprinzips ("Wer bestellt, bezahlt") in der NRW-Landesverfassung ein. "Wenn nicht bald etwas geschieht, ist nicht nur die kommunale Selbstverwaltung, sondern unser Gemeinwesen insgesamt in Gefahr", so Moenikes.

 

Anlage: Entwicklung der Gewerbesteuer-Einnahmen kreisangehöriger NRW-Kommunen 2002, dargestellt auf Kreisebene

Umfrage zur Entwicklung der Gewerbesteuer-Einnahmen 2002

Regierungsbezirk/Kreis

Haushaltsansatz 2002


1.000 €

Kassenmäßige Einnahmen
bis zum 30.06.2002
1.000 €

Gesamteinnahme-erwartung 2002

 
1.000 €

Prozentuale Abweichung
1. Halbjahr

Erwartete prozentuale Abweichung 2002 gesamt

Land NRW

2.476.332

1.124.392

2.283.281

-9,19

-7,80

Arnsberg

558.785

246.916

534.203

-11,62

-4,40

Ennepe-Ruhr-Kreis

69.315

32.330

68.165

-6,72

-1,66

Hochsauerlandkreis

80.827

35.233

74.790

-12,82

-7,47

Märkischer Kreis

88.884

43.060

84.875

-3,11

-4,51

Olpe

51.740

25.908

51.760

+0,15

+0,04

Siegen-Wittgenstein

61.388

25.323

55.276

-17,50

-9,96

Soest

99.492

42.317

98.997

-14,93

-0,50

Unna

107.139

42.745

100.340

-20,21

-6,35

Detmold

500.295

209.391

445.045

-16,29

-11,04

Gütersloh

154.546

59.220

136.145

-23,36

-11,91

Herford

62.585

23.217

50.682

-25,81

-19,02

Höxter

25.985

12.636

28.120

-2,74

+8,22

Lippe

104.501

44.086

92.123

-15,63

-11,84

Minden-Lübbecke

74.705

35.340

62.056

-5,39

-16,93

Paderborn

77.973

34.892

75.919

-10,50

-2,63

Düsseldorf

515.436

243.737

492.001

-5,43

-4,55

Kleve

72.781

34.082

75.035

-6,34

+3,10

Mettmann

229.946

104.809

220.100

-8,84

-4,28

Neuss

78.441

35.055

76.725

-10,62

-2,19

Viersen

43.090

18.007

36.840

-16,42

-14,50

Wesel

91.178

51.784

83.301

+13,59

-8,64

Köln

581.772

286.278

525.923

-1,58

-9,60

Aachen

62.868

20.831

50.616

-33,73

-19,49

Düren

40.806

18.442

37.357

-9,61

-8,45

Erftkreis

125.789

69.233

120.800

+10,08

-3,97

Euskirchen

37.173

15.457

32.305

-16,84

-13,10

Heinsberg

33.869

16.651

32.430

-1,67

-4,25

Oberbergischer Kreis

91.892

46.607

68.902

+1,44

-25,02

Rhein-Sieg-Kreis

120.277

68.964

119.389

+14,68

-0,74

Rheinisch-Bergischer Kreis

69.098

30.093

64.124

-12,90

-7,20

Münster

320.044

138.071

286.109

-13,72

-10,60

Borken

54.333

21.931

46.978

-19,27

-13,54

Coesfeld

41.797

21.678

41.230

+3,73

-1,36

Recklinghausen

56.651

21.792

49.071

-23,07

-13,38

Steinfurt

100.444

40.661

88.453

-19,04

-11,94

Warendorf

66.819

32.009

60.377

-4,19

-9,64

Ausgewertete Fragebögen

333

V.i.S.d.P.: HGF Dr. Bernd Jürgen Schneider, Pressesprecher Martin Lehrer M.A., Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen, Kaiserswerther Straße 199-201, 40474 Düsseldorf, Tel. 0211/ 4587-230, Fax: -292, -211, E-Mail: presse@spam.kommunen-in-nrw.de, Internet: www.kommunen-in-nrw.de

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